A moment changes everything

meinst Du das?
Ja, ich kenne es und ich weiß genau was Du meinst, wenn Du es erwähnst. Entschuldige meine Stille, ich weiß nicht wie ich mich artikulieren soll, ich weiß nicht was ich sagen soll zu der Situation wie sie sich jetzt für mich darstellt. *seufz*
Also dann, weiter im Text...

The stolen glances, broken threads
The visions looming in our heads
The years spent running parallel
To everything that might've been
No longer possible to hide
The feeling welling up inside
Ain't never been this close before
Ain't never felt so far away.

When a moment
A moment changes everything
When a moment
A moment changes everything
When a moment, it changes everything
(aus David Gray's A Moment Changes everything)
Violett,
kennst Du dieses neue Lied von David Gray?
:*
Jack
Ich glaube mir bleibt die Luft weg. Seit Stunden tigere ich schnaufend durchs Haus, den Garten... Ich fasse es nicht und ich mag es auch nicht fassen. Nein, ich lynche Dich nicht, aber ich könnte mir gleich etwas antun. Obwohl dieses im Nachhinein ärgern ja gar nichts mehr bringt macht es mich doch rasend. Weil ich jahrelang diesen Verdacht gehabt habe und ihn immer weit weg von mir geschoben habe. Du hast ja keine Ahnung was mir alles durch den Kopf gegangen ist aber alles andere wollte mir immer logischer erscheinen als die Theorie, dass Du gegangen bist, weil ich nicht gesagt habe "bleib hier, wir machen das, wir müssen das machen." Bitte versteh mich, dass ich das erst mal verdauen muss.

nachdenklich, sehr nachdenklich,
Violett
Violett, ich bin sauer. Was heißt Du kannst nicht? Weißt Du, wie oft Du mir vorgeworfen hast, dass ich in dieser Beziehung den Rückzieher gemacht habe? Ok, Du hast es mir vielleicht nicht immer vorgeworfen, aber es war immer Thema. Überall ist es so rüber gekommen als ob ich derjenige gewesen wäre, der davongelaufen ist ohne zurück zu blicken, ohne Rücksicht auf Verluste. Violett, ich muss Dir jetzt etwas sagen, dass ich schon lange für mich behalten habe. Es gab zwei Gründe, warum ich nicht geblieben bin und einer davon war die Tatsache, das Du mich nie darum gebeten hast. Ich weiß, die Zeit war kurz und ich hab vielleicht auch nicht den Anschein gemacht als ob mir so viel daran liegen würde. Dazu stehe ich, ich hatte Angst - aber wie oft hab ich mir gewünscht, dass Du nur EIN Wort sagtest um mir zu zeigen, wie wichtig dir diese Sache zwischen uns ist, wie wichtig dir wäre ein Leben mit mir zu führen. Ich weiß bis heute nicht, ob ich ein guter Begleiter, Vater, etc. gewesen wäre. Das werde ich nie wissen, aber ich hab in Wahrheit nie die Chance bekommen es heraus zu finden. Bitte verstehe das hier nicht als Schuldzuweisung, aber vielleicht kann es Dich verstehen lassen, warum ich diesen Weg so zielstrebig gegangen bin. Ich hätte nicht der Mensch sein können, der von dir verlangt alles aufzugeben für ein Leben mit mir. Ich hätte nicht gewußt was für ein Leben ich Dir und deinen Kindern hätte bieten können. Es war nicht nur die Feigheit, es war an einem gewißen Punkt dieser Geschichte auch diese Unsicherheit gar nicht zu wissen ob dieser Weg gemeinsam bestreitbar ist, ob Du das überhaupt willst. Die Liebe, diese große Liebe, diese Herzensliebe, unsere Herzensliebe war sehr verlockend aber ich wollte nicht auf sie herein fallen, nicht ohne dieses Sicherheitsnetz von Dir. Auch wenn Du geweint hast, niemals kam ein Satz der mich wissen hätte lassen, dass Du Dir ernsthaft vorstellen kannst, dein Leben auf den Kopf zu stellen, einmal von oben nach unten durchmischen nur um aus deinem und meinem Weg UNSEREN Weg zu machen. Ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte, aber ich hab, das gebe ich jetzt zu, darauf gewartet. Niemals hätte ich es mit meinem Gewissen vereinbaren können, wenn ich Dich aus Deiner Welt gerissen hätte und dann wäre das mit uns beiden vielleicht nicht gut gegangen. Diese Verantwortung, nicht nur für Dich und mich, sondern auch die Kindern, hätte ich nicht alleine tragen können. Meine Feigheit war ein großer Fehler, aber Deine leider auch...

ich hoffe Du lynchst mich jetzt nicht,
Jack, der eigentlich gar nicht mehr diskutieren mag, sondern dich einfach nur gern in den Arm nehmen würde...
Du stellst es Dir _wirklich_ leicht vor... Ich weiß nicht wie ich das regeln soll. Dein Angebot klingt verlockend, das weißt Du genau. Aber Du weißt auch, dass ich hier kein unabhängiges Leben führe und eine große Verantwortung trage für einen Menschen, der alleine verloren ist, ich kann ihn nicht einfach für ein paar Tage ohne Betreuung hier lassen. Hast Du eine Ahnung was das für mich bedeutet? Diese Zerrissenheit zwischen den Welten?
Ja, du fehlst mir auch, aber ich kann nicht...
x,
Violett
Herzchen, das kann ja nicht so schwer sein. Du hast schon viel zu viele Geburtstage ohne mich gefeiert. Ich finde ich habe nach all den Jahren das Recht dazu deinen Ehrentag mit Dir zu verbringen. Also lass Dir etwas einfallen, du schaffst das schon, ich weiß es. Ich glaube auch Du bist mir etwas schuldig und darum wirst Du einen Weg finden.
Aber all den Sarkasmus beiseite! Ja, Dein Geburtstag! Du fehlst mir unendlich, ich will bei Dir sein an diesem Tag und mit Dir anstossen, allein die Erinnerung an unser letztes Glas Gin Tonic lässt mir den Schauer über den Rücken laufen. Ich gebe mich mit ein paar Stunden zufrieden, ich verspreche es. Wenn Du es allerdings willst entführe ich Dich auch, in die Stadt Deiner Träume, mache mit Dir eine Bootsfahrt, schlendere die Hafenpromenade mit Dir entlang, lade Dich ins beste Lokal am Platz ein und ins teuerste Hotel. Egal, alles was Du willst nur um mit Dir zusammen sein zu können. Es kotzt mich alles an, diese ewige Warterei, worauf eigentlich????

ich liebe Dich,
Jack
Das kann nicht Dein Ernst sein? Mein Geburtstag? Wie stellst Du Dir das vor?

Grüße,
violett
Violett, glaubst Du nicht, wir drehen uns im Kreis? Wollen wir uns mit Vorwürfen überhäufen? Wenn Du das willst, dann gib bescheid, einen hab ich noch.

Zu deinem Geburtstag, ich werde da sein...Wo auch immer Du mich haben willst.

x,
Jack

Der richtige Weg

es war also der richtige Weg? Ja, Du wirst recht haben, es war der ganz richtige Weg, dass Du von heute auf morgen das Land verlassen hast, nicht mehr angerufen, abgehoben, zurück geschrieben. Ja, wirklich sehr richtig.
Es hat Zeiten gegeben, da hab ich mich jeden Morgen aus dem Bett gequält, weil ich wusste, ich werde Dich auch heute nicht hören, sehen, lesen, aber dich dafür umso mehr vermissen. Ja, der Weg war wirklich sehr sehr richtig, stimmt wohl... Versteh mich nicht falsch, ich freue mich für Dich, dass Du beruflich so erfolgreich warst, das macht dich auch irgendwie sexy, keine Frage. Ich bin auch über sehr sehr viele Dinge in meinem Leben froh, die ich ohne Dir und Deiner Hilfe erreicht habe. Ich mag mein Leben, wirklich, ich liebe es. Nur dieser Geist, der mich Jahrelang begleitet hat, den hätte ich mir vielleicht auch gerne erspart. Immer diese verdammte Sehnsucht nach Dir, an jedem Deiner Geburtstage an denen ich Dir nicht gratulieren konnte, nichtmal eine Karte schreiben durfte, eigentlich an jedem Tag, mal mehr, mal weniger. Ja, dieser Weg war goldrichtig, ich muss Dir wirklich zustimmen. Ich weiß, es ist Dir nicht bewußt wie sehr mich das alles angestrengt hat und wie sehr ich in dieser Zwischenwelt gefangen war mit dieser unbändigen Sehnsucht nach dem Menschen, der mir fehlt wie meine zweite Hälfte, aber trotzdem funktionieren und für alle da sein, gute Arbeit leisten, eine gute Mutter sein und Ehefrau. Eine Ehefrau in einer Zwischenwelt in der sie ihre Liebe, ihre Herzensliebe einem anderen schenkt. Rückblickend betrachtet, ja, es war der richtige Weg, besser hätte es gar nicht laufen können...
und wegen dem Wochenende. Ich komme, sag mir ein Datum....